DYNAMO – DYNAMO

Sergey Voronzov – Mosaiken, Zeichnungen, Bilder, Objekte

IMG_7048Die Wiederholung von ein und demselben Wort bedeutet bekanntermaßen seine inhaltliche Verstärkung. In seiner aktuellen Ausstellung DYNAMO-DYNAMO stellt Sergey Voronzov diese Begriffe einander gegenüber.

„Dynamo“  ist nicht nur eine Kraft, eine Bewegung nach vorn, letztendlich eine Maschine, die Licht macht. Dynamo ist – wenn man diesen Gedanken weiterentwickelt – zweifelsohne unsere strahlende Zukunft. Dynamo, so heißen zahlreiche Sportclubs in verschiedenen Städten der Welt, auch eine U-Bahn-Station in Moskau, die 1938 eröffnet wurde, trägt diesen Namen.

Gleichzeitig ist „Dynamo“ auch ein sowjetischer und postsowjetischer Begriff für unerfüllte Versprechen.

Diese Interprätation über die nicht eingelöste Versprechen einer strahlenden Zukunft könnte als die gewichtigere in diesem widersprüchlichen Titel betrachten, wäre da nicht die Mehrsichtigkeit, die für Voronzovs künstlerische Absurdität – Nicht-Vereinbares vereinbaren zu wollen – typisch ist.

IMG_7057Sergey Voronzov bekleidet geschlechtslose Figuren von Basreliefs der Moskauer U-Bahn, die im Still des stalinistischen Empire gebaut wurde -und gleichzeitig zieht er sie aus, macht aus „Stalin“-Jugendlichen Pin-Up Girls und zieht damit eine Parallele zwischen dem Bild des idealen Körpers in einer totalitären Gesellschaft und dem Erfolg der Pin-Up Karten amerikanischer Soldaten während des Zweiten Weltkriegs.

Der Künstler führt die Illusionen nicht nur zusammen, er vernichtet die eine und kreiert stattdessen eine andere, seine eigene, und hüllt sie in einen Kokon aus Mosaik. Mosaik ist seine Festung, sein Bunker, hier verbergen sich seine Fantasien und Träume: Gitarre, Schaukelpferd, Roller, sexy Mädels statt disziplinierte Sportler. Die Wiederholung „Dynamo-Dynamo“ ist eine Art Beschwörung, genauso wie in Mosaiken einen Stein nach dem anderen zu legen, wie grafische Arbeiten mit kleinen Siegeln zu bestempeln – das alles ist eine rituelle Geste, illusorischer Schutz gegen die illusorische Absurdität.

Vernissage: Donnerstag, 5. März 2015  19:00 Uhr

Ausstellung bis zum 17. März

Fantom e.V.  – Netzwerk für Kunst und Geschichte(n)
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