Förderprojekt „Woldenberg“

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Auf den Spuren der Deutsch – polnischen Geschichtsstunden

Verfasst am 13.09.21. August 2021.

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Fantom e.V. unterstützt die Schule am Schloss in Berlin – Charlottenburg bei der Beteiligung am historischen Projekt zum Um- und Ausbaus des Museums für das größte Lager für polnische Offiziere im 2. Weltkrieg, die in damaligen Woldenberg interniert wurden. Die Aufgabe der Schule besteht im Austausch der Jugend mit der Stadt Dobiegniew auf dem Hintergrund des Museumsumbau. Die rein bauliche Maßnahme soll nämlich durch s.g. „weiche Projektteile“ flankiert werden. Die eigentlichen Projektpartner sind die Gemeinde Dobiegniew und unser Verein Fantom e.V., der Verein zur Förderung von Kunst und geschichtlichem Bewusstseins.

Der Name des Projektes beinhaltet gleichzeitig eine inhaltliche Zielrichtung. Der Titel des Projekts heißt nämlich: „Um- und Ausbau des Museums der Woldenberger zugunsten der grenzüberschreitenden Kooperation in Sachen Tourismus. (Projektnummer: 85029101)“

Beide Partner behandeln gemeinsam das schwierige Kapitel der deutsch – polnischen Geschichte, indem sie nicht nur parallel Begegnungen der Historiker und einen kontinuierlichen Jugendaustausch zwischen Dobiegniew und Berlin in Form von Geschichtsstunden organisieren, sondern die Vertragspartner informieren darüber die deutsch-polnische Öffentlichkeit und geben gemeinsam Bücher heraus, die sie öffentlich auf der Buchmesse in Leipzig vorstellen möchten. Das Projekt wird aus den Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des „INTERREG VA 2014 – 2020“ unterstützt.

Bild2In der Zeit vom 23. Bis 26.08.21 fand im Rahmen des Projektes eine zweite Schülerfahrt nach Dobiegniew (ehem. Woldenberg, Nm) statt. Gleich nach der Ankunft wurde unter der Führung eines Regionalisten, Herr Norbert Gierlowski, die Stadt erschlossen.
Es stellte sich dabei heraus, dass die Pflastersteine des alten Marktplatzes, die Steine in der Kirche und in etlichen Häusern zwei Sprachen verstehen: Deutsch und Polnisch. Denn bis Ende Januar 1945 wurde die Stadt von Deutschen bewohnt und danach von Polen.

Bild4Die spätmittelalterliche Marienkirche bietet eine perfekte Kulisse für eine multikulturelle Begegnung. Sie ist im Jahr 1335 erbaut und wurde im 16.Jahrhundert evangelisch geweiht. Erst 1945 ist sie katholisch umgeweiht. Die deutsche Schülergruppe besteht aus Katholiken, Protestanten, Moslems und konfessionsfreien Schülern. Die polnische Gruppe ist katholisch.

Bis 1945 hieß der einzige aus dem Mittelalter stammende Verteidigungsturm das Storchennest. Oben hatten sich nämlich Störche ein Nest gebaut und fühlten sich von den Anwohnern nicht gestört.

Bild6Am nächsten Tag der Polenfahrt ging die deutsch-polnische Schülergruppe zu Fuß zum früheren Lager für polnische Offiziere „Woldenberg II C“. Dort wird gerade das Lagermuseum im Rahmen des Projektes INTERREG VA 2016-2020 mit den Mitteln der Europäischen Gemeinschaft umgebaut. Die Mittel dieses Projektes haben auch die Reise der Berliner Jugendlichen nach Polen bezuschusst. Einen Anteil trägt die Gemeinde Dobiegniew und ihr Berliner Projektpartner Fantom e.V.
Die früheren Baracken im wirtschaftlichen Teil des Offizierslagers werden inzwischen von den Bewohnern der Stadt eingelebt uns mit viel Aufwand umgebaut.
Die Hauptstrasse des Lagers zieht sich mehrere Hundert Meter hin und bietet auf dem Gelände, inzwischen ohne jegliche Bauten aber mit wild wuchernden Sträuchern und Bäumen, eine weitere Möglichkeit über den Lauf der Zeit nachzudenken.Gleich hinter dem Lager, an der Stelle des früheren Friedhofs für die Lagerinsassen, hielten die Schüler kurz inne und schauten geduldig in die Kamera, um ein weiteres Andenken an die Reise zu bekommen.

Bild8Am Nachmittag wendeten sich die Schüler aus beiden Ländern dem „Hier und Jetzt“ zu und gingen in binationalen Teams in die Kajaks und Tretboote hinein. Der touristisch gut erschlossenen See in Osiek (ehem. Wutzig) bietet vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung an.
Am Lagerfeuer sassen die die Schüler*innen bis es dunkel wurde. Dann wurden sie mit dem Bus zu ihrem Quartier gefahren. Da es bis zur Nachtruhe noch Zeit genug war, wurden die neuen Bekanntschaften unter den Projektteilnehmer*innen beim Spazierengehen am Großen See in Dobiegniew vertieft.

Bild11Das straffe Programm ging am nächsten Tag weiter. Die deutsch-polnische Schülergruppe besichtigte unter einer Führung das Heimatmuseum der Kreisstadt Drezdenko (ehem. Driesen).
Der Unterbau des späteren Speichers haben die Schweden während ihrer Stadtbesetzung als Pulverkammer erbaut. Die Schüler der beiden Länder wunderten sich sehr als sie erfuhren, dass diese sich mitten in der auf Geheiß des Friedrichs des Großen erbauten Zitadelle befand. Friedrich war auch der Erbauer des Schlosses Charlottenburg, das Schüler*innen aus beiden Länder im Rahmen des Projektes im November 2019 besichtigt hatten.
Die Pulverkammer war der Geschichte der Stadt Driesen, heute Drezdenko, gewidmet. In der ersten Etage wird eine große Ansammlung der Nutzgegenstände aus der Vorkriegszeit präsentiert.
Die oberste Etage des Museums ist der Tiewelt dieser an Waldreichtum kaum zu überbietenden Umgebung gewidmet. In den letzten Jahren wurden dort auch – die in Europa sehr selten anzutreffenden – Bisents in den umliegenden Wäldern heimisch.
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Am Nachmittag des dritten Reisetages gab es einen Malwettbewerb zum Thema „Lager Woldenberg II C in meinen Augen“. Nur fünf Personen malten allein an ihrem Bild. Es gab zudem binationale Teams und Teams aus demselben Land. In allen Kategorien gab es Sieger*innen.

Siegerinnen in der Kategorie einsprachige Teams: Aleyna und Silvia aus Berlin.
Sieger in der Kategorie der zweisprachigen Teams: Hania, Anja und Homayoon.
Siegerinnen in der Kategorie binationale/zweisprachige Teams: Martyna und Josephine.
Sieger in der Kategorie binational/einsprachig:Martyna und Bartek.
Siegerin in der Kategorie Einzelarbeiten: Acelya aus Berlin.

Neben den Gewinnpreisen beim Malwettbewerb nahmen alle Schüler*innen auch Geschenktüten des Gastgebers mit nach Berlin. Außerdem wurden Kontaktdaten getauscht und einige Schüler*innen bleiben seitdem in Kontakt. Aber eigentlich wollten alle länger bleiben, weil neben dem interessanten historischen Programm gab es genug Zeit, sich auf die tolle Umgebung der Stadt Dobiegniew und ihre unheimlich herzlichen Gastgeber  einzulassen. Nun werden die polnischen Schüler zum Gegenbesuch in Berlin erwartet.

 

Förderprojekt „Woldenberg“

Verfasst im Juni 2021.

Im Herbst vergangenen Jahres begann das Projekt: „Umbau und Erweiterung des Woldenberg Museums zur Entwicklung der Grenzüberschreitenden Tourismuskooperation“.
Es handelt sich um ein Förderprojekt im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VA BRANDENBURG-POLEN https://interregva-bb-pl.eu/.
Fantom e.V. fungiert in diesem Projekt als Junior-Partner der Gemeinde Dobiegniew (ehem. Woldenberg Nm.) in Polen. Das Museum in Dobiegniew wird im Rahmen des gemeinsamen deutsch-polnischen Projektes um- und ausgebaut. Inhaltlich gilt die Dauerausstellung des Museums dem in der Kriegszeit 1949 – 1945 dort befindlichen Internierungslager für polnische Offiziere, in dem ca. 6000 Offiziere und ca. 700 einfache polnische Soldaten gefangen gehalten wurden. Es war das größte polnische Offizierslager.

Neben dem Ausbau und Umbau des Museums, dem so genannten „harten Teil“ der bilateralen Kooperation wird parallel dazu auch der „weiche Teil“ des Projektes realisiert. Dazu gehören neben den gegenseitigen Studienreisen in die Standorte des jeweiligen Partners, Historikertreffen, Verlegen von Büchern, die die Vorträge der Historiker dokumentieren, Geschichtsstunden für die Jugend, die im Rahmen des Jugendaustauschs sowohl in Berlin als auch  in Dobiegniew stattfinden, Publikation des deutsch-polnischen Gedichtsbandes mit der Lagerdichtung der polnischen Insassen, Rezitationswettbewerb für die Schuljugend und am Ende eine gemeinsame Eröffnung des im neuen Licht und in neuer Form erscheinenden Museum des Lagers Woldenberg II C.

Darüber hinaus soll den jeweiligen Besuchern ein Einblick in das Umfeld der Gastgeber mit dem Augenmerk auf die gegenwärtige Entwicklung und zukünftige gemeinsame Perspektiven ermöglicht werden.

Die Schule am Schloss aus Berlin Charlottenburg beteiligt sich als Partnerschule der Mittelschule aus Dobiegniew am historischen Projekt zum Um- und Ausbaus des Museums in Dobiegniew. Der Name des Projektes beinhaltet gleichzeitig eine inhaltliche Zielrichtung. Der Titel des Projekts heißt nämlich: „Um- und Ausbau des Museums der Woldenberger zugunsten der grenzüberschreitenden Kooperation in Sachen Tourismus. (Projektnummer: 85029101)“. Für die Schüler aus beiden Städten bietet der Schüleraustausch eine willkommene Abwechslung zum Schulrahmenprogramm, in dem sie sich am schulfernen Unterricht an außerschulischen Lernorten über die Grenzen hinweg beteiligen. Dabei können sie sich weit entfernte Realitäten augenscheinlch vergegenwärtigen:

Am 26.11.19 besuchte eine Auswahl von Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs das noch vorhandene Museum kurz vor seiner Schließung.
Die Führung durch das Museum machte Dr. Przemyslaw Slowinski, der Rektor der Akademie „Jacob aus Paradies“ in Gorzow Wielkopolski.

 

Deutsche Schülerinnen und Schüler bei der Ankunft vor dem zum Umbau bestimmten Museum, noch vor der ersten Geschichtsstunde. Es war die erste von 10 Geschichtsstunden, die im Rahmen des Projektes durchgeführt werden. Die Gruppe wurde von der Bürgermeisterin der Stadt, Frau Sylwia Łaźniewska, empfangen.

Die Schüler besuchten gemeinsam mit den polnischen Schülern aber auch das neu gestaltete Fremdenverkehrsamt in Głusko, mit der Flora und Fauna des Drawieński Nationalpark und machten eine digitale Kajaktour auf dem Fluss Drawa.

Im Sommer soll die Kenntnis des Lebuser Landes durch weitere Geschichtsstunden vertieft werden.
Deutsch-polnische Schülergruppe bei der Kranzniederlegung auf einer Gedenkplatte für die polnischen Offiziere.

 

Deutsch Polnische Schülergruppe, vor der 2. Geschichtsstunde mit dem Schloss Charlottenburg im Hintergrund. Die Führung  durch das Schloss werden Schülerinnen und Schüler der Schule am Schloss übernehmen, die zu Schlossführern ausgebildet worden sind.
Der Schlossführer Krystian, Schüler der Schule am Schloss, für die Gäste aus Polen durch das Schloss Charlottenburg. Er wird während der Schlossführung in polnischer Sprache von der Reporterin des „Radio Zachod“ ebenfalls in Polnisch interviewt.

 


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